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Ein etwas ruhigerer Tag

Ein etwas ruhigerer Tag – Schulbesuch in Toledo und Abendessen mit Elsas Familie

Von Judith

Nach vielen sehr schönen aber auch anstrengenden Tagen mit viel Programm war heute, zumindest nach dem Schulbesuch, eher ein entspannender Tag.  Um halb neun ging es los zu einer Schule in Toledo, die wir besuchen konnten, weil Elsa, eine der erwachsenen brasilianischen Mitreisenden, dort Kontakte hatte.

Die Schule war eine katholische Privatschule, in der aber nicht nur katholische Schüler und Schülerinnen waren, sondern viele Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Religionen. Die Direktorin dieser Schule sagte, sie machen da keinen Unterschied und seien offen für alle Kinder, die Freude am Lernen haben. Der Religionsunterricht sei auch nicht katholisch, sondern den Kindern werden die verschiedenen Religionen vorgestellt. Es war nicht wirklich nur eine Schule sondern eher ein Kindergarten, eine Grundschule und eine weiterführende Schule in einem. Insgesamt waren dort etwa 1500 Kinder ab circa 4 Monaten, da dort, wie in der Schule in Ivot,i die Mütter schon ab vier Monaten nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten mussten.  Ein Abschluss an dieser Schule ist laut Aussage der Direktorin so gut, das man danach studieren könne, viele Schüler und Schülerinnen würden aber nach Ende der Schulzeit eine Ausbildung beginnen. Da es eine Privatschule war, und die Direktorin keine genauen Angaben machte, wieviel diese Schule so pro Monat koste und nur sagte, dass dies sehr verschieden sei, je nachdem in welcher Stufe man ist und wie lange man dort täglich bleibt, haben wir uns gefragt, ob der durchschnittliche Brasilianer sich diese Ausbildung leisten kann, doch die Direktorin sagte, dass es sehr viele Schüler und Schülerinnen gibt, die ein Stipendium erhalten.

Als wir dort ankamen, hatten die Schüler und Schülerinnen der weiterführenden Schule gerade Pause und wir haben nachdem sie einigermaßen ruhig geworden sind auf dem Pausenhof für alle Interessierten zwei Stücke gesungen. Ich persönlich fand es sehr schade, dass es so laut war und hätte mir gewünscht, dass wir denen, die es wirklich interessiert hat, in einem geschlossenen ruhigen Raum etwas vorsingen.

Anschließend an die Pause der Einen hatten dann die Anderen, die Grundschüler, Pause, und die waren viel stiller und haben sogar, als wir ihnen A Zing - A Za vorgesungen haben, unter Frau Küppers Leitung den Kehrvers des Stückes mitgesungen. Dann haben wir ihnen noch Sister Act vorgesungen und sie waren sehr begeistert, haben teilweise sogar versucht, unsere kleine Choreografie für dieses Stück mitzumachen.

Nach der Pause sind wir durch die unterschiedlichen Räume der Schule gegangen und haben in drei, vier verschiedenen Klassen kurz den Unterricht gestört und den SuS etwas gesungen und sie haben uns Fragen gestellt. Ein paar dieser Fragen bzw. Antworten sind mir besonders hängen geblieben. So war ein Schüler sehr überrascht, als wir sagten, dass wir nur einmal in der Woche 1,5h und einmal im Monat an einem WE proben und sagte, dass wir echt sehr gut gesungen hätten, und er nicht gedacht hätte, dass das mit so „wenigen“ Proben möglich sei. Einige Schüler fragten nach unserer genauen Herkunft und ein paar kannten sogar Köln (Cologne). Außerdem wurde noch oft gefragt, wie es dazu käme, dass wir in Brasilien seien und ob wir hier schon einmal gewesen seien. In einer Klasse mussten wir alle lachen, als ein Schüler, der einmal 6 Monate in Deutschland verbracht hatte uns fragte: „Woher kommt euch?“. Auch die Klasse hat sehr viel gelacht und alle schienen recht interessiert an uns zu sein.

Nach der kleinen Führung konnten wir der Direktorin noch Fragen stellen, die Martha dann für uns übersetzt hat. Da haben wir die Informationen bekommen, die ich zu Anfang des Textes geschrieben habe.

Anschließend an den Schulbesuch haben wir in einem Restaurant in der Nähe gegessen, und der Weg dorthin war trotz kurzer Strecke aufgrund der heißen Temperaturen recht anstrengend. Im Restaurant gab es dann aber zum Glück eine Klimaanlage.

Nach dem Essen sind wir zurück ins Gästehaus gefahren und hatten die Wahl zwischen Ausruhen im Gästehaus oder einem 1,5-stündigem Besuch in einem Shopping-Center.  Circa die Hälfte der Mädchen ging mit und war zufrieden mit dem zweistöckigen Einkaufscenter, in dem fast jeder etwas für sich oder seine Lieben gefunden hat und sehr viele sich Havaianas gekauft haben. Meine Gruppe für den Aufenthalt im Center hatte wieder einmal ein paar Kommunikationsprobleme in ein paar Läden, die wir jedoch gut lösen konnten und mit Humor nehmen konnten. So viel mir zum Beispiel einmal der Satz für „Ich spreche kein Portugiesisch.“  nicht mehr ein und ich bat eine Freundin mir zu helfen, woraufhin die Verkäuferin dachte, diese könne portugiesisch sprechen.

Abends ging es dann zu Elsas Familie, die für uns gekocht hatte, und schon den ganzen Tag für uns das Abendessen vorbereitet hatte. Das Essen hat allen sehr gut geschmeckt und wir hatten viel Spaß und alle, die sich ein bisschen mit Elsas Familie unterhalten haben, fanden sie sehr nett. Wir wurden sehr freundlich behandelt, bekamen leckere Getränke und haben uns über Tische hinweg gut unterhalten und uns schließlich mit zwei deutschen Volksliedern, die wir vorher noch nie auswendig gesungen hatten, und einer CD von uns sowie großem Applaus für das Essen und vieler weiterer Hilfe bedankt. 

So kamen wir abends spät wieder im Gästehaus an und wurden angewiesen, schnell ins Bett zu gehen, weil morgen wieder ein neuer, schöner Tag uns vorbestand, auf den wir uns alle sehr freuten.