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Nehmt Euch vor den Quatis in Acht!

Geschrieben von Silja und Patricia

Der Dienstag war für uns alle ein eindrucksvoller Tag! Nach einer sehr leckeren Stärkung sind wir um 7:30 h von dem Gästehaus auf eine 3-stündige Busfahrt nach Foz zu den berühmten Wasserfällen aufgebrochen. Gut gelaunt und sehr gespannt stiegen wir schließlich aus den Reisebus aus, um mit einem Doppeldeckerbus weiter zu den Wasserfällen zu fahren. Durch eine Durchsage im Bus wurden wir gewarnt, Abstand von den manchmal aggressiv werdenden Tieren zu halten und die brasilianische Pflanzenwelt nicht zu zerstören. Als wir ausstiegen, raubte uns die wunderschöne Aussicht auf einen Teil der Wasserfälle den Atem. Total beeindruckt von diesem Wunder der Natur machten wir alle eifrig Fotos. Da unsere volle Konzentration auf die herunterfallenden Wassermengen gerichtet war, ließen manche Sängerinnen trotz Warnung ihre Taschen außer Acht. Dies blieb nicht ohne Folgen…           

Ein sehr hungriges und neugieriges nasenbärähnliches Quati nutze diesen Augenblick der Unachtsamkeit und schnappte sich blitzschnell einen Rucksack. Hastig floh es einen steilen Abhang hinunter. Die Besitzerin des Rucksacks, ein Mädchen aus unserem Chor, war sehr geschockt und Angst breitete sich in der großen Gruppe aus. Der Grund dafür war erschreckend, denn das wichtigste Utensil der Reise, der Reisepass, befand sich im geklauten Rucksack. Sofort eilten Leute zur Hilfe. Obwohl der Schock bei allen tief saß, mussten wir weitergehen. Wir konnten in Kleingruppen den Weg an den Wasserfällen entlang erkunden. Ehepaar Dermann und Martha blieben mit dem Mädchen an dem Ort des Geschehens, denn ein Mitarbeiter des Nationalparks wollte kommen, um sich dort auf die Suche nach dem Rucksack zu begeben.                  

Auf dem Weg entlang des Naturwunders boten sich immer wieder Aussichtsplattformen, wo man einen tollen Blick auf die Wasserfälle genießen konnte. Insgesamt soll es 20 größere und 255 kleinere Fälle geben, die sich über 2,7 km ausdehnen. Das eindeutige Highlight des Trips war jedoch eine Brücke, die sich nah an den Wasserfällen über das Wasser erstreckte. Durch den Aufprall der ungeheuren Wassermassen entstand eine Art feiner „Wassernebel“, der sich über uns legte und wir dementsprechend komplett durchnässt wurden.

 Auf der Brücke kam uns dann schließlich das Mädchen, deren Rucksack der Quati gestohlen hatte, freudestrahlend entgegen. Sie berichtete, dass ein Mann gekommen wäre und sich abgeseilt hätte. Schließlich fand er den völlig verschmutzten Rucksack. Zum Glück mit Reisepass, aber dafür ohne Essen. Das hatte der Quati nämlich schon verputzt. Nach diesem Moment des Schreckens ließ niemand mehr seine Taschen und Wertgegenstände außer Acht. Wir hatten unsere Lektion gelernt. Dieses Bewusstsein kam uns auf einer weiteren Plattform zu Gute, denn dort bedrängten uns 3 Quatis, die alle nur das gleiche Ziel hatten: Essen!  

Das war dann auch schon das Ende unseres Besuches der  Iguazu-Fälle. Anschließend freuten wir uns schon auf eine Führung durch den Urwald. Jedoch fiel diese aufgrund der Privatisierung des Urwaldgebiets ins Wasser. Enttäuscht, müde aber trotzdem zufrieden machten wir uns auf die Heimreise ins Gästehaus.

Gemütlich, mit ausgelassener Stimmung und vielen tollen, spannenden Darbietungen der verschiedensten Art ließen wir den Abend mit viel Bewegung und Gesang ausklingen. Bei diesem bunten Abend wählten wir den Namen unseres neusten Maskottchens. Einen Papagei namens Heinz, weil wir es als eine schöne Geste empfanden, dem Maskottchen den Namen unseres Gründers Heinz Meier zu geben. Der ganze Chor ist sich einig: Heute war der schönste, spannendste und aufregendste Tag unserer Brasilienreise!