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Schule, die Schweiz Brasiliens und die bunte Vielfalt der Tierwelt

Geschrieben von: Julia von Prondzinski

Nach dem anstrengenden fünften Tag  ging es heute Morgen, nach einer Nacht in unseren Gastfamilien, frisch und ausgeruht in die Schule in Ivoti. Nachdem auch die letzten angekommen waren, bekamen wir eine Führung durch die ganze Schule von einer Portugiesisch und Deutsch Lehrerin. Die Schule war ganz anders, als ich mir eine Schule in Brasilien vorgestellt habe. In ihr sind alle Altersklassen vertreten. Die kleinsten Kinder der Schule sind erst vier Monate alt und gehen dementsprechend in den Kindergarten der Schule. Die ältesten Schüler gehen bereits zur Hochschule und studieren dort, um Lehrer werden zu können.

Nach der Führung durch die Schule, bei der wir auch den Leiter und die Leiterin kennengelernt haben, wurden wir in kleinen Gruppen in den Klassen untergebracht. Ich kam mit meiner Gruppe in eine Klasse, die gerade Englischunterricht hatte. Die Lehrerin, Meike, brach aber ihren Unterricht ab, da sie uns anscheinend wesentlich interessanter fand als ihren eigenen Unterricht. So endete unser Unterrichtsbesuch eher in einem Interview, als in einer realistischen Erfahrung in einer brasilianischen Schule, aber es war toll zu sehen, dass sich alle so für uns und auch unser Land interessieren. In dieser Klasse war außerdem auch eine Freundin meiner Gastschwester und es war schön, sie noch mal wieder zu sehen.

Unser Besuch in der Schule war aber leider nicht von langer Dauer. Bereits um neun Uhr mussten wir die Schule schon wieder verlassen. Aber direkt im Anschluss ging es für uns weiter nach Gramado. Gramado ist eine kleine, touristische Stadt nahe Ivoti. Während der Fahrt konnten wir die wunderschöne Landschaft Brasiliens anschauen oder schlafen, da einige von den letzten Tagen noch immer sehr geschlaucht sind. Unter Gramado selber hatten sich alle etwas ganz anderes vorgestellt. Dort angekommen ging sofort die Suche nach Souvenir Shops los – aber niemand wurde fündig. Gramado macht den Anschein, als würde es in der tiefen Schweiz oder in Österreich liegen. Die Häuser sehen typisch für die Schweiz aus, jeder zweite Laden ist ein Schokoladengeschäft, es gibt Souvenirläden mit Souvenirs der Schweiz. So liefen die meisten in Gramado herum und waren sehr überrascht – so auch ich. Aber die Chance Souvenirs aus BRASILIEN zu kaufen, ergibt sich in den nächsten Tagen in Foz und Sao Paulo bestimmt noch.

Nach unserer „Shopping-Tour“ ging es zum Essen – ausnahmsweise war das Mittagessen erst unsere zweite Mahlzeit am Tag, denn außer Lunchpaketen der Familie hatten wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen – in einem sehr leckeren Restaurant, das auch in Gramado liegt.

Die Ruhepause im Restaurant ging schnell um und alle konnten gut gesättigt in den Bus Richtung Gaucho Museum und Zoo steigen. Am Zoo angekommen kaufte Frau Dermann sofort Tickets für das Museum und den Zoo und los ging es in letzteren. Die Tiere, die in diesem Zoo untergebracht sind, sind Tiere die illegal transportiert und gehalten wurden. Beim Betreten des Außenbereichs des Zoos, kam uns sofort ein großer Papagei entgegen und begrüßte uns, indem er uns, den neugierigen Deutschen, als Fotomodell diente. Im ersten Bereich des Zoos waren nur frei fliegende Papageien untergebracht, eine tolle Erfahrung für alle, denn so nah hatte vorher noch fast niemand so schöne Papageien gesehen. Nach der nächsten Tür kamen wir dann in den Hauptbereich des Zoos und von den meisten Tieren waren alle nur begeistert. Affen, wie sie bei Pippi Langstrumpf vorkommen, Jaguare, noch mehr Papageien, Panther, Schlangen, Krokodile, Leoparden, Flamingos, Storche und alle möglichen anderen Tiere konnten wir ansehen. Fotos, sowohl von den Tieren, als auch von uns selber, wurden nicht zu wenige gemacht und so können wir zuhause Fotos zeigen, die man in Deutschland im Zoo nicht bekommt.

Wir mussten viel zu früh wieder aus dem Zoo gehen, aber weiter oben am Berg wartete ja noch unsere Führung durch das Gaucho Museum auf uns zu der wir schon jetzt viel zu spät waren. Doch die Leute im Museum nahmen unsere Verspätung gut auf und beschwerten sich in keiner Weise. Wir hatten zwar nur eine halbe Stunde im Museum, weil wir den Gastfamilien gesagt haben, dass wir um 18 Uhr wieder zurück in Ivoti sind, aber die Führung war sehr interessant. Gauchos sind sozusagen die Cowboys Brasiliens, die in ihrem selbst gebauten, kleinen Heuhaus wohnten und sich Pferde und Rinder zur eigenen Versorgung hielten. Es war für uns alle sehr interessant zu sehen, wie die Südbrasilianer früher oftmals gelebt haben.

Der Tag war im Allgemeinen zwar anstrengend aber ich habe ihn sehr genossen, weil wir viele, schöne Sachen gesehen haben. Jetzt sind wir aber alle glücklich in unsere Gastfamilien und in unser Bett zu kommen, denn morgen früh um 4.30 Uhr fahren wir zum Flughafen, um nach Foz zu fliegen.